Die Zukunft der Mobilität – die Vision von einem besseren Leben

Wie werden wir es schaffen, eine Mobilität zu entwickeln, die nicht unseren Lebensraum zerstört? Die Story erzählt von einer Vision, die vielversprechend ist.

„Die Zukunft der Mobilität“ diesen Titel hat sicher jeder von uns schon in mannigfaltiger Form gelesen. Viele Propheten tingeln durch die Welt und verkünden ihre Prophezeiung der Zukunft der Mobilität. In den meisten Fällen unterscheidet sich diese Prophezeiung nicht so sehr von dem, was wir kennen. Viele Autos auf breiten Straßen und dazu noch Drohnen, die die Luft bevölkern. Der Unterschied sind zugegeben die Drohnen und dass alles miteinander verbunden ist und ohne Fahrer oder Piloten auskommt. Diese Mobilität soll effizienter, sicherer und umweltfreundlich sein, weil sie elektrisch und automatisiert ist. Die Propheten dieser Vision der Mobilität, kommen aus der Industrie. Damit sollen ihre Produkte auch künftig attraktiv sein und nach Möglichkeit den Absatz steigern. Diese Sicht auf die Zukunft der Mobilität wird „Markt getrieben“ genannt. Mobilität ist eigentlich ein Synonym für Verkehr.

Dem gegenüber steht die sogenannte „Politik getriebene“ Sicht auf die Zukunft der Mobilität. Der Ansatz gründet letztlich auf der Notwendigkeit die Probleme der öffentlichen Hand im Bereich der Mobilität unter der Berücksichtigung der bestehenden und künftiger Rahmenbedingungen zu lösen. Es ist eine Vision der Mobilität, mit der sich die Politik im Allgemeinen selbst noch nicht versöhnen kann, denn sie empfindet sie als Zumutung für die Bevölkerung. Die Zumutung liegt in der Notwendigkeit, unser Mobilitätsverhalten zu verändern. Also etwas zu verlangen, das von vielen Politikern als politischer Selbstmord wahrgenommen wird.

Haupttreiber der „Politik getriebenen“ Sicht auf die Zukunft der Mobilität ist der anthropogene Klimawandel. Der Bereich, in dem die Treibhausgas-Emissionen immer noch steigen, ist die Mobilität. Es tut Not etwas dagegen zu tun. E-Mobilität wird nur zum geringen Teil das Problem lösen. Auch Shared-Mobility, wie sie normalerweise verstanden wird, verändert nur die Eigentumsverhältnisse, aber nicht den Verkehr. Mobilität muss also neu gedacht werden. Nicht die Infrastruktur oder die technischen Mittel, um von A nach B zu kommen, sind der Schlüssel zur Lösung, sondern die Bedürfnisse der Menschen, die dazu führen, dass sie sich von A nach B bewegen. Unsere Städte wurden seit den 50-iger Jahren des letzten Jahrhunderts in funktionale Bereiche aufgeteilt. Da ist das Gewerbegebiet, dort ein Wohngebiet und Villenviertel, hier die Einkaufszentren, in den Innenstädten die Büros mit Luxusgeschäften, Gastronomie und Luxuswohnungen. Zwischen diesen Arealen kommt es zu Pendelbewegungen der Stadtbewohner. Dazu kam in den 60-iger Jahren die Vision der Autostadt. Alles musste gut mit dem Auto erreichbar sein. Seither dominieren Straßen und Parkplätze das Gesicht unserer Städte.

Hier setzt nun die „Politik getriebene“ Sicht der Zukunft der Mobilität an. Was wäre, wenn wir die räumliche Aufteilung der Funktionen aufheben und die Städte so anlegen, dass wir das Gros unserer Bedürfnisse in Gehdistanz oder sogar, ohne die eigene Wohnung zu verlassen, befriedigen könnten? Was wäre, wenn Fahrradwege uns sicher an jeden Ort in der Stadt brächten und wir unkompliziert mit unserem Fahrrad im Zug weitere Strecken zurücklegen könnten? Was wäre, wenn zu Fuß gehen in der Stadt abseits der Straßen von Bäumen beschattet, auf interessanten und anregenden Wegen und nicht neben den Straßen auf zu schmalen Gehsteigen möglich wäre und es Bereiche mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen und sich Austauschen gäbe? Was wäre, wenn es einen hochfrequenten und räumlich hoch verfügbaren öffentlichen Verkehr gäbe, der die Stadtteile verbindet? Was wäre, wenn unsere Einkäufe nachhause gebracht würden und es überall Co-Working-Spaces gäbe, so dass viele von uns nur noch selten zu Firma fahren und auch nicht immer allein im Home-Office verbringen müssten? Was wäre, wenn Schritt für Schritt der öffentliche Raum eines Stadtteils oder Superblocks wieder von den Kindern und Erwachsenen bevölkert würde und nicht vom motorisierten Individualverkehr? Es wäre ein neuer Lifestyle, der uns freier machen würde, in dem wir mehr Raum für uns hätten, ohne Gefahr überfahren zu werden oder die Abgase und den Ruß der vielen Autos einatmen zu müssen. Es wäre mehr Lebensqualität für die Stadtbewohner. Städte wie Barcelona oder Paris arbeiten an der Umsetzung dieser Vision.

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